Schüler setzen starkes Zeichen gegen Alltagsrassismus in Pattensen

Schüler setzen starkes Zeichen gegen Alltagsrassismus in Pattensen

Pattensen, 19. März 2026 – An der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Pattensen stand der heutige Tag ganz im Zeichen von Vielfalt, Toleranz und dem aktiven Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung. Die Jahrgänge 7 und 11 beteiligten sich mit unterschiedlichen Projekten, die sowohl innerhalb der Schule als auch im öffentlichen Raum deutliche Zeichen setzten.

Während der 7. Jahrgang kreativ und handwerklich arbeitete, rückte der 11. Jahrgang insbesondere den oft übersehenen Alltagsrassismus in den Fokus – und brachte dieses Thema sichtbar in die Stadtgesellschaft.

„Bank der Vielfalt“: Ein Zeichen für Pattensen

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus gestaltete der gesamte 7. Jahrgang das Projekt „Bank der Vielfalt: Pattensen bekennt Farbe“, organisiert vom Kooperationspartner Schlaumeierclub. Nach regulärem Unterricht arbeiteten die Klassen ab der dritten bis zur sechsten Stunde gemeinsam mit Ehrenamtlichen an der Gestaltung einer Sitzbank.

Dabei setzten sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur kreativ, sondern auch inhaltlich mit Themen wie strukturellem Rassismus und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinander. Die Verbindung aus theoretischer Auseinandersetzung und praktischer Umsetzung stärkte das Bewusstsein für demokratische Werte und zivilgesellschaftliches Engagement.

Die fertige Bank wird am morgigen Tag im Rahmen des gemeinsamen Fastenbrechens zum Ende des Ramadan offiziell an die Stadt Pattensen übergeben und soll künftig einen festen Platz vor dem Rathaus erhalten. Dort wird sie als sichtbares Symbol für Vielfalt, Respekt und Begegnung im öffentlichen Raum stehen.

Kreideaktion vor dem Rathaus: Deutliche Worte im öffentlichen Raum

Ein besonderer Schwerpunkt des Tages lag auf der Kreideaktion des 11. Jahrgangs vor dem Rathaus. Zwischen 10:00 und 10:30 Uhr machten die Schülerinnen und Schüler mit eindringlichen Botschaften auf Alltagsrassismus aufmerksam. Auf den Boden geschrieben standen Aussagen, die viele Menschen aus dem Alltag kennen – und die doch häufig verharmlost oder übergangen werden.

Die Aktion war das Ergebnis eines intensiven Vorbereitungsprozesses: Ein Impulsvortrag mit diskursiven Elementen bildete die Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung. Darauf aufbauend entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigenständig Ideen, wie sie das Thema greifbar und sichtbar machen können.

Vor Ort zeigte sich auch Pattensens Bürgermeisterin Schumann, die die Initiative der Jugendlichen ausdrücklich würdigte. Sie lobte die gelungene Umsetzung und das Engagement der Schülerinnen und Schüler, die mit ihrer Aktion ein wichtiges gesellschaftliches Thema in die Öffentlichkeit getragen hätten.

Passantinnen und Passanten blieben stehen, lasen die Kreidebotschaften und kamen teilweise miteinander ins Gespräch. Genau das war das Ziel der Aktion: Alltagsrassismus sichtbar machen, zum Nachdenken anregen und einen Dialog im öffentlichen Raum initiieren.

Weitere Aktionen in der Schule

Ergänzend fanden in der zweiten großen Pause kurze Aktionen in der Aula statt, darunter die Ballonaktion „Das hat hier keinen Platz“ sowie die Aktion „Unsere Stimmen zählen“. Beide Projekte setzten sich auf unterschiedliche Weise mit rassistischen Erfahrungen und diskriminierenden Aussagen auseinander und boten Raum für Austausch innerhalb der Schulgemeinschaft.

Ein nachhaltiges Signal für die Zukunft

Der Aktionstag an der KGS Pattensen zeigte eindrucksvoll, wie Schule über den Unterricht hinaus wirken kann. Die Schülerinnen und Schüler setzten nicht nur ein Zeichen gegen Rassismus, sondern gestalteten aktiv ihre Umwelt mit – sei es durch eine bleibende Installation im Stadtbild oder durch direkte Ansprache der Öffentlichkeit.

Mit ihrem Engagement tragen sie dazu bei, dass Themen wie Vielfalt, Respekt und Gleichberechtigung nicht abstrakt bleiben, sondern im Alltag sichtbar und verhandelbar werden.

Text/Bilder: Vei